Kurz vor den Sommerferien gab es am Montag, den 4. Juli beim Karate-Do Club Kamen / Bergkamen noch eine Kyu-Prüfung.

Anna-Katharina Hög und Anke Straube, jeweils zum 8.Kyu, Elias Bauer, Semen Toncarin und Dominik Witkowski zum 7. Kyu sowie Bernd Murza zum 1. Kyu traten an. Die Nervosität war bei allen Prüflingen deutlich zu spüren, galt es doch vor den kritischen Blicken der beiden Prüfer Felix Lehmann und Michaela Loukidis zu bestehen. Auch zahlreiche Zuschauer – Familienangehörige, Freunde und Vereinskameraden und sogar Vereinschef Christian Winkler - begutachteten die Teilnehmer.

Die Prüflinge zeigten ihr Können in den Disziplinen Kihon Ido, Kata, Kihon Ippon Kumite und Yakusoku Kumite. Bernd Murza zeigte zusätzlich Kata Bunkai und Goshin-Jitzu-Kumite. Als letzter Prüfungspunkt musste noch ein schweißtreibendes Konditionsprogramm absolviert werden.

Die Teilnehmer waren gut vorbereitet und überzeugten die Prüfer mit ihren Leistungen, so dass alle bestanden und ihre neue Urkunde mit nach Hause nehmen konnten.

Herzlichen Glückwunsch!



Kihon-Ido:


Michaela Loukidis (Prüferin); Anna-Katharina Hög; Anke Straube; Semen Toncarin; Felix Lehmann (Prüfer); Elias Bauer; Bernd Murza; Dominik Witkowski (von links nach rechts)

Fritz Nöpel und Martin Niehaus boten am Sonntag, den 03.07  in Kamen einen Jukuren-Lehrgang an. Thema war die Selbstverteidigung.

 

Im theoretischen Teil erläuterte der Meister zunächst die Unterschiede zwischen dem Karate-Do in China, Okinawa und Japan. Er ging dann ein auf die Wichtigkeit der Kata und Kata Bunkai und gab Hinweise zur richtigen Einstellung zum Kämpfen: Für eine effektive Selbstverteidigung ist eine kurzzeitige hohe Aggressivität notwendig. Viele Karateka, selbst Schwarzgurte, sind dazu aber nicht in der Lage. Weiterhin erklärte der Meister die Begriffe Jissen und Goshin Jitsu und stellte dar, wie man durch Karate-Do seine Angst bewältigen kann. Schließlich ging es noch um den Unterschied zwischen Koushi, also den Späteinsteigern im Karate, und Jukuren, d.h. den Erfahrenen, die auf ungefähr 30 Jahre Karate zurückblicken können.

Im praktischen Teil wurden dann verschiedene Möglichkeiten der Selbstverteidigung geübt: Gegen einen Packangriff wurde eine Doppel-Abwehr durchgeführt, gefolgt von drei Techniken als Konter, wobei diese drei Techniken eine Auswahl aus den 12 Fäusten, bzw. den 12 offenen Händen sowie eine Kombination der Fäuste und offenen Hände sein sollten. Das gleiche wurde dann mit Mawashi Uke als Abwehr trainiert.

Nach der Pause stellte Sensei Nöpel  seine Techniken dar, die er sich im Laufe seiner 60 Jahre Karate  aus der großen Vielfalt zu eigen gemacht hat. Es ging dabei um seine bevorzugten Stände, Zielregionen, Abwehr- und Kontertechniken, Würfe, Griffe und Hebel sowie um seine Lieblingskatas. Der Meister betonte aber, dass jeder für sich zu den besten Techniken finden muss.  Im Anschluss übergab er an Martin Nienhaus, der mit den Teilnehmern Beweglichkeit und das Ineinanderfließen der Techniken übte: Ausgehend von neun aufeinander folgenden Abwehrtechniken (Ude) im Stand wurden diese Bewegungen dann mit dem Partner erprobt. Nach und nach wurden zusätzliche Konterbewegungen mit eingebaut. Dann wurde an diese Abfolge noch die Mawashi Uke mit Übernahme angebaut. Dieses wurde dann noch gesteigert, indem man die ganze Sequenz flüssig mit dem Partner hin und her und mit Armwechsel üben sollte.

Eine anspruchsvolle Übung zum „Flow“ bei den Bewegungen.


Partnerübungen


Hanshi Fritz Nöpel und Renshi Martin Nienhaus erläutern die korrekte Anwendung

Ein Stilrichtungslehrgang unter der Leitung von Alf Lehmann, 5. Dan, fand am Sonntag, den 26.06. in Kamen statt. Gut 30 Teilnehmer, Braun- und vor allem Schwarzgurte, waren erschienen. Thema war die Kata Shi So Chin.

 

In der kurzen theoretischen Einführung erläuterte Alf die Bedeutung des Namens der Kata und wies auf die verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten hin. Dann ging es auch schon los mit den Übungen. Nach der Aufwärmphase erfolgte direkt die Bearbeitung der Kata. Diese wurde in ihre einzelnen Sequenzen aufgegliedert. Alf ließ immer eine Sequenz zunächst mehrmals laufen und dann mit dem Partner Bunkai-Formen dazu ausprobieren. Wer Ideen hatte, konnte diese in der Gruppe vorstellen. Alf zeigte selbst auch einige Anwendungsmöglichkeiten. Es ergaben sich pro Sequenz sehr vielseitige und teilweise überraschende Bunkai-Formen. Von einigen Teilnehmern wurden die Einzelsequenzen auch zu Kombinationen verbunden. Hier stellte sich wieder einmal heraus, welche Vielfalt an Techniken in den Kata steckt. Wichtig war aber, dass nur sinnvolle, an der Kata ausgerichtete Anwendungen gezeigt wurden. Die vorgestellten Bunkai-Formen wurden anschließend jeweils mit dem Partner geübt.

Bei den einzelnen Schritten achtete Alf sehr auf Details und gab zahlreiche Hinweise zur korrekten Ausführung, etwa bei den Wendungen.

Bei dieser eingehenden Analyse der Kata hätte am Ende die Zeit fast nicht mehr gereicht. Auf jeden Fall konnten die Teilnehmer reichlich Anregungen und Informationen mit nach Hause nehmen.


Kata: Shi So Chin


Kata Bunkai