Ein Stilrichtungslehrgang unter der Leitung von Tobias Zöllner, 5. Dan und Jan Reisige, 3. Dan, fand am Sonntag, den 6. November in Kamen statt und war mit rund 25 Teilnehmern aller Graduierungen gut besucht.


Thema war das Shu – Ha - Ri, also der Unterschied zwischen Grundschule, Formschule und Wegschule.

Zunächst wurde die Grundschule anhand verschiedener Kihon-Techniken geübt. Der Schwerpunkt war dabei die innere Haltung zu den Techniken, d.h. es kam auf Konzentration und Fokus an.
Tobi und Jan stellten heraus, dass eine gute Grundschule das Fundament für die anderen beiden Stufen ist.

Weiter ging es dann mit der Kata Geki Sai Dai Ichi. Nachdem diese sequenzweise erarbeitet worden war, wurde die dazu gehörige Bunkai auf der Linie geübt und bewertet.
Im Anschluss sollten die Teilnehmer eigene Bunkai-Formen entwickeln. Vier verschiedene Bunkai-Formen wurden im Plenum vorgestellt und unter dem Aspekt Grundschule – Formschule – Wegschule besprochen.
Die vorgestellten Bunkai-Formen verdeutlichten diese Begriffe sehr gut.

Nach der Pause gab es einen Furi Uchi Drill, bevor es an den Einstieg in die Formschule mit den Partnerformen Kumite Ura Nr. 6 und Nr. 2 ging.
Weiter wurden noch Nage Nr. 1 und die entsprechende Ura Nage trainiert.

Den Abschluss bildete ein Theorie-Teil. Tobi und Jan gingen auf die geschichtliche Entwicklung des Yuishinkan Go Ju Ryu ein und übersetzten und erklärten die Begriffe Shu – Ha – Ri.
Außerdem wurde das Dojo Kun von Sensei Kisaki erläutert.




Kata:   Geki Sai Dai Ichi



Furi Uchi Drill


In Kamen fand am Sonntag, den 2. Oktober ein Dansha-Lehrgang unter der Leitung von Alf Lehmann, 5. Dan, und Martin Nienhaus, 5. Dan, statt.

Das Thema war: Wegschule - die Bedeutung der Kata Bunkai. Wie wird eine Kata gelesen?

Hierzu verteilte Alf zunächst ein Arbeitsblatt. Folgende Fragen wurden in Kleingruppen bearbeitet:

  1. Wie beginne ich eine Kata zu analysieren? Welches sind meine ersten Schritte / Gedanken?
  2. Was darf / soll ich grundsätzlich und was darf / soll ich nicht tun?
  3. Was bedeuten die in der Kata vorgegebenen Bewegungsrichtungen? Haben sie überhaupt eine Bedeutung?
  4. Wie kann ich die Struktur der Kata betrachten?
  5. Welche Bedeutung / Prinzipien verbergen sich hinter einzelnen „technischen Ausführungen“?
  6. Was muss ich persönlich beachten bei der Auswahl / Ausführung „meiner“ Kata Bunkai?

 

Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum vorgestellt und diskutiert.

Im praktischen Teil ließ Alf zwei Sequenzen aus der Geki Sai Dai Ichi betrachten. Verschiedene Interpretationen wurden erarbeitet.

Nach der Pause ging es noch einmal an die Geki Sai als Partner-Bunkai.

Danach übernahm Martin und stellte vor, wie man an das Lesen der Kata einerseits aus westlicher Sicht und andererseits aus asiatischer Sicht herangehen kann.
Die westliche Sichtweise ist eher funktional. Es wird zum Beispiel analysiert, welche Muskeln gebraucht werden, welche Muster im Gehirn abgelegt werden, es gibt naturwissenschaftliche Erklärungen oder physikalische Messungen.
Dagegen ist die asiatische Sichtweise eher eine Bildersprache. So werden hier die Tiere in der Kampfkunst oder die 5 Elemente als Erklärungshilfen herangezogen.

Mit Beispielen aus einer Shotokan Kata ließ Martin für die westliche Sichtweise die Richtungsstellungen zum Gegner üben. Es ergaben sich 3 verschiedene Prinzipien bei drei scheinbar gleichen Sequenzen.
Für die asiatische Sichtweise wurden Übungen zum Muskelaufbau und Anwendungen zur Selbstverteidigung trainiert.
Schließlich wurde die asiatische Sichtweise noch auf die ersten drei Bewegungen der Geki Sai Dai Ichi angewandt.

 

Insgesamt ein sehr lehrreiches Training, das mit rund 30 Teilnehmern gut besucht war.


Kata Bunkai: Geki Sai Dai Ichi


Welche Kata-Sequenz wird hier wohl als Kata Bunkai geübt?

Wie gewohnt fand in den großen Ferien beim KKB e.V. wieder das Sommertraining statt, das sich speziell an die Oberstufe richtet. Dieses Jahr gab es etwas Besonderes. Nach dem Prinzip der Trainerrotation wurde jeder Trainingsabend von einem anderen Schwarzgurt geleitet. Dadurch ergab sich eine große Vielfalt an Themen:

Den Anfang machte Jürgen Beuerlein mit der 9-Block-Form nach Martin Nienhaus. Weiter ging es mit Michaela Loukidis. Sie ließ Basics wie Kata Umpo, Stände und Kihon Ido sowie Selbstverteidigung im Kreis üben. Die nächste Trainingseinheit übernahm Waldemar Duda. Sein Schwerpunkt waren unter anderem die 4 Kleinen Kata und die Kata Sesan. Bei Heike Buck gab es die 12 Fäuste und bei Andreas Kärting Kata no nage. Markus Swobotta ließ Techniken mit den offenen Händen trainieren. Edith Suttorp hatte sich die Kumite Ura 1 bis 12 ausgesucht. Der nächste Trainingsabend mit Manfred Kliesch hatte Übungen zur Standfestigkeit, Kihon Ido, Kumite Ura und die Kata Sanchin zum Inhalt. Markus Knopp legte seinen Schwerpunkt auf die Selbstverteidigung unter dem Aspekt des Bestehens gegen einen  körperlich überlegenen Gegner. Bei Alexander Hakanesch stand „Parkplatz-Karate“ auf dem Programm, d.h. es wurde draußen vor der Halle in der ungewohnten Umgebung und in Straßenkleidung trainiert. Kihon und Kihon Ido, Pratzentraining sowie Partnerübungen zum Flow waren Thema bei Felix Lehmann. Den letzten Trainingsabend  leitete Manuela Schäfer mit Tritten in allen Varianten.

Als Abschluss des Sommertrainings gab es am 19. August einen Grillabend, bei dem noch ausgiebig über das Gelernte diskutiert wurde.

Ein gelungenes Trainingskonzept mit abwechslungs- und lehrreichen Inhalten.